Sonntag, 29. September 2013

Reunion in Amsterdam


Kaum achtet man mal nicht auf die Zeit sind auch schon fast 2 Wochen vergangen seit dem letzten Blogeintrag. Es tut mir leid, ich gelobe Besserung!

Aaaalso, legen wir los. Letztes Wochenende hatte ich ja Besuch von Birti und darum erzähle ich einfach mal, was wir die Tage über getrieben haben...

Donnerstag
Früh morgens klingelte mein Wecker - Zeit Birte vom Flughafen abzuholen! Mit 'ner Stulle to go marschierte ich also los zur Central Station, es war echt ein herrlicher klarer Morgen und ich hab mir vorgenommen, öfter mal früher aus dem Haus zu gehen, weil sich da das Wetter von seiner besten Seite zeigt.





Jedenfalls hab ich den Zug nach Schiphol genommen, Birte heil eingesammelt und wir sind gemeinsam wieder zur Central Station zurückgefahren. Zum Frühstück gab es dann erstmal einen Tee in der Coffee Company und Müsli + Avocadotoast bei mir zu Hause. Nachdem Birte sich dann frisch gemacht hatte, wurden sich die Fahrräder geschnappt und wir starteten unsere erste kleine Erkundungstour. Wir sind zum Flowermarket gefahren, der leider dank der Jahreszeit nur aus Tulpenzwiebeln bestand (hätte man sich auch denken können, ähem) und haben uns auf unserem kleinen Spaziergang schonmal durch den ersten Käseladen probiert. Nach nem kleinen Flohmarktabstecher mussten wir uns dann erstmal mit leckeren Bagels und Heißgetränken (Kaffee für Birte, Chai-Tee für mich) stärken. Der restliche Abend war dann sehr entspannt, Birte war ziemlich kaputt und so haben wir einfach nur gequatscht, Tee getrunken, alte Fotos angeguckt und genossen, uns wiederzusehen :)




Nicht nur Blumen gibt's im Angebot...





Freitag
Mit Abstand der fahrradfahr-reichste Tag! Nachdem ich für ein paar Stunden in der Uni war, während Birte ausgiebig Schlaf nachholte, mussten wir Richtung Amstel Station radeln, um unsere Tickets für die am Sonntag geplante Bootstour abzuholen. Auf dem Weg fing es leider ein wenig an zu nieseln, zum Glück legte sich das aber wieder. Nach erledigter Mission wollten wir zu einem Coffeeshop der wohl den besten Kuchen verkauft - und am anderen Ende der Stadt lag. Also sind wieder losgeradelt, entlang der Amstel und all den hübschen Häusern... und auch wenn das Wetter eher gräulich war, war es einfach schön auf diesem Weg die Stadt anzuschauen, zumal wir auch durch Gegenden gecruist sind die ich auch noch nicht gesehen habe. Letztendlich haben wir den Coffeeshop gefunden, den Kuchen gekauft und sind dann weitergefahren zum Harlemmerdijk, einer charmanten kleinen Einkaufsstraße mit vielen verschiedenen süßen Läden. Dort sind wir dann langgelaufen und haben bisschen gestöbert. Am Ende angelangt gab es für Birte dann die erste typisch holländische Köstlichkeit: Kroket. Das ist ein frittiertes Teilchen was mit Kartoffelbrei, Kräutern und Kalbsfleisch gefüllt ist und es schmeckt einfach nur göttlich. Zumindest seh ich das so! Und Birte hat es zum Glück auch geschmeckt ;) Danach kauften wir dann für's Abendessen ein, auf dem Speiseplan stand ganz dekant: Bandnudeln mit Spinat-Gorgonzola-Soße und Lachs. Ist uns auch wirklich gut gelungen! Zum Nachtisch gab's dann den Kuchen... Mit vollen Mägen gesellten wir uns nach dem Essen dann zu allen anderen in den Common Room und haben Sekt getrunken, paar Trinkspiele (Flip Cup, yey) gespielt und Birte hat alle meine Freunde kennengelernt. Die anderen sind dann um 11, als wir den Raum räumen mussten (Sperrstunde...) noch in eine Bar, aber wir waren ziemlich kaputt und haben uns in mein Zimmer verzogen und dort noch einen Film geschaut.









Samstag
Nach einem ausgedehnten Frühstück erkundeten wir erstmal die wichtigsten Märkte in der Umgebung: Dappermarkt und den Flohmarkt am Waterlooplein. Auf dem Dappermarkt gibt es alles mögliche zu kaufen, vor allem aber billige Ramschklamotten und ... ESSEN! Ich hole da immer mein Obst und Gemüse weil es wesentlich günstiger ist als im Supermarkt (2 Avocados für 1€ ... hallo? :D) und wollte das Birte mal zeigen.
Beim Waterlooplein hingegen gibts ganz viele Vintage-Klamotten, Möbel, Bilder, Fahrräder, Schmuck, Weed-Lollies (haha) und allerlei anderen Kram. Birte hat sich einen hübschen Ring gekauft und sich gefreut wie ein Honigkuchenpferd :) Danach machten wir uns auf den Weg zur Central Station, aber diesmal nicht um einen Zug zu nehmen, sondern eine Fähre! Wenn man nach Amsterdam Noord will muss man nämlich eine kleine kostenlose Fähre nehmen, die einen in 2 Minuten ans andere Ufer fährt. Unser Ziel war nämlich das EYE-Filmmuseum. Da wir zu geizig waren für die Spezial-Ausstellungen zu zahlen schauten wir uns nur die permante Ausstellung an und selbst die war schon echt cool. Man konnte sich Film-Clips zu verschiedenen Themen (Slapstick, Magie, ... ) ansehen und selbst einen kleinen Daumenkino-Clip drehen. Außerdem gab es so kleine "Kabinen" in denen man an einem Filmquiz teilnehmen und sogar ganze Filme gucken konnte.
Nach der ganzen Spielerei war es Zeit für einen Snack und so setzten wir uns auf die Terrasse des Museums (mit Hafenblick), tranken heiße Schokolade mit Sahne (ich) und Café Latte (Birte) und schnabulierten ein paar Bitterballen - wiederum eine holländische Spezialität, eigentlich sind das nur kleine runde Krokets, aber man kriegt sie in jeder Kneipe, das ist so typisches "Bar-Food". Das Wetter zeigte sich dann auf einmal von seiner besten Seite und wir konnten sogar etwas Sonne tanken und ein paar schöne Fotos knipsen!
Wieder auf dem "Festland" angekommen gab es Pommes zum Abendbrot...leider waren sie unserer Meinung nach nicht "die besten Pommes in Amsterdam" so wie es angepriesen wurde, sondern im Gegenteil: Alle Pommes die ich hier bisher gegessen habe, haben besser geschmeckt. Aber wenigstens die Location war cool, haben uns nämlich an einen Steg direkt ans Wasser gesetzt und gemampft! Als wir dann wieder in PHK angekommen waren, machten wir uns erstmal für's Feiern fertig. Wir haben mit den anderen im Hof vorgetrunken und sind dann zusammen zum Paradiso geradelt, wo "Kill All Hipsters" auflegten. Abgesehen davon, dass ich eine nicht so nette Begegnung mit dem Bordstein hatte und mein Knie dadurch mit dem harten Asphalt Bekanntschaft machen durfte, war es ein echt lustiger Abend und wir haben viel getanzt und gelacht und die Musik war echt cool :) Ich glaube Birte und ich haben auch am längsten von allen durchgehalten und waren gegen 5 dann endlich im Bett.




Der neue Ring!




EYE Filmmuseum





Bitterballen mit Senf







Schiefe Häuser überall...

Sonntag
Obwohl für den Tag richtiges Sonnenwetter angesagt war, begrüßte uns der Himmel morgens mit grauen Wolken, wie immer...trotzdem machten wir uns in Ruhe fertig (und ich verarztete sogut es ging meine Wunde) und fuhren dann zum Waterlooplein für unsere Boottour. Diese wurde von ein paar Jurastudenten organisiert und das Boot war voll mit anderen internationalen Studenten. Wir waren jedoch nicht grade kontaktfreudig drauf, lag wohl am Schlafmangel...haben also eher für uns die unzähligen Grachten, die hübschen Häuser und die coolen Hausboote bewundert. Vom Wasser aus hat man dann doch einen anderen Blick auf die Stadt!
Im Anschluss an die Bootstour marschierten wir ein wenig durch die Kalverstraat, welches die Haupteinkaufsstraße in Amsterdam ist. So recht in Shoppinglaune waren wir jedoch nicht, also blieb es nur beim gucken und Käse naschen. Am Dam-Square waren wir auch noch und dann ging es wieder zurück in mein Zimmer. Nach einer kurzen Verschnauf-und-Recherche-Pause, in der ich nach Restaurants guckte und Birte Postkarten schrieb, brachen wir erneut auf. Zum Abschluss wollten wir uns nämlich mal ein richtiges Essen gönnen und die Wahl fiel, wie sollte es auch anders sein, auf SUSHI! Also auf's Rad geschwungen, 5 Minuten geradelt und schon waren wir im Sushi and Sake. Und das war ein richtiger Glückgriff - bei Sushi kann man ja auch großes Pech haben, aber das Essen war total lecker und die Preise auch in Ordnung, sodass wir satt und zufrieden wieder herauskamen. Man hätte dann natürlich einfach nach Hause fahren und chillen können, es war schon um 9 und dunkel und wurde langsam kühler - aber wir entschieden uns dafür nochmal durch die Gegend zu fahren und uns die 9 Straatjes (Die 9 Sträßchen) anzusehen. Dabei handelt es sich um Seitenstraßen der Singel, Keizers-, Heren- und Prinsengracht die zusammen ein Viertel mit vielen Restaurants und Geschäften bilden und angeblich total hübsch und malerisch sind. Und das waren sie auch! Wir sind da einfach ohne bestimmtes Ziel umhergefahren, hier um die Ecke, da über die Brücke und es war alles sehr schön beleuchtet und einfach ... typisch Amsterdam! Wir haben sogar die Ecke gefunden, die als bekanntes Postkartenmotiv dient (: Danach statteten wir dann noch dem berühmt-berüchtigten De Wallen Rotlichtviertel einen Besuch hab. Ist aber schon ein wenig seltsam dort, sind wirklich nur einmal durchgeschlendert und dann wieder Richtung PHK gefahren. Dort haben wir den Abend dann mit Tee, quatschen und Youtube-Videos ausklingen lassen.






Poffertjes - typisch holländische Mini-Pfannkuchen




Montag
Und schon brach der letzte Tag an, verrückt wie schnell die Zeit dann doch verging. Zum Frühstückt gab es frische Waffeln, frei nach dem Motto "Man gönnt sich ja sonst nichts!" . Ansonsten war der Tag wohl am "kulturellsten" von allen, denn das Anne Frank Huis stand auf dem Plan. Dank von Kim&Alice geliehenen Museumcards (Danke!) war der Eintritt für uns kostenlos. Doch bevor wir reinkonnten mussten wir erstmal ca. 45min warten...war wohl grad Haupt-Museumszeit (ca. 13Uhr). Aber zum Glück bewegte sich die Schlange recht schnell sodass es einem nicht ewig vorkam. Das Museum an sich war natürlich sehr bedrückend, aber auch sehr gut gestaltet. Es gab immer wieder kleine informative Videos (z.B. von Miep Gies oder Anne Franks Vater) und die Text-Teile waren nicht zu lang, sodass man gut im Vorbeigehen lesen konnte ohne das man die anderen Leute aufhielt. Es wurde einfach sehr anschaulich die Geschichte erzählt und sehr oft aus Annes Tagebuch zitiert, sodass man wirklich vor Augen geführt bekam, wie schrecklich das damals gewesen sein muss. Ich bin froh mal dagewesen zu sein und finde, das man sich das auf jeden Fall ansehen sollte, wenn man in Amsterdam ist!
Nach dem Anne Frank Haus fuhren wir zum Museumsplein, wo sich unter anderem das neu renovierte Rijksmuseum und das Van Gogh Museum befinden. Kulturbanausen wie wir sind blieb es dann allerdings beim von-außen-angucken - wir wanderten einmal über den Platz, bewunderten hübsche Sonnenblumen, spielten im Springbrunnen, knipsten Bilder am I-amsterdam-Schild und huschten nochmal schnell in eine kostenlose Diamanten-Ausstellung (wo wir wiedermal feststellten, dass wir beide nicht sonderliche Fans von Glitzerklunkern sind) und radelten dann ein letztes Mal zurück zu meinem Zimmer. Dort wurde eine letzte Tasse Tee geschlürft und dann ging es auch schon wieder zurück zum Bahnhof, wo wir uns mit zahlreichen Umarmungen verabschiedeten.




 





Bisschen zu risikoreich im Brunnen gehüpft...











FAZIT: Es war wirklich schön, Birte hier zu haben und sehr seltsam, nicht wieder mit nach Berlin zu fahren, weil es sich angefühlt hat, als würden wir hier gemeinsam Urlaub machen. Auch wenn das Wetter nicht das beste war, wenigstens hat es nicht geregnet und so konnten wir trotzdem alles bequem mit dem Fahrrad erkunden. Es war auf jeden Fall sehr entspannt, weil wir ehrlich gesagt gar kein richtiges Programm hatten, die Hauptsache war dass wir uns sehen und dann halt mal gucken, worauf wir so Lust haben - und dafür haben wir dann schon eine Menge gemacht! Waren also wirklich ein paar tolle Tage :) 

Tot ziens!