Mittwoch, 16. Oktober 2013

Unikram, Schmuddelwetter und Höhlen bauen



Hello ihr Lieben, ich bin's wieder mit einem kleinen Update. Ich würde jetzt gern von spannenden Erlebnissen, herbstlichen Ausflügen und interessanten Neuigkeiten berichten aber... das wird wohl nichts. 

Grund 1: Ekelwetter. Seit ungefähr 5 Tagen regnet es so gut wie ununterbrochen. Und da ich nach wie vor zu geizig und zu cool (haha) bin um mich mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortzubewegen, schlage ich mich trotz allem mit meinem Fahrrad durch. Mein Regenponcho ist jetzt auch mittlerweile richtig in Benutzung, also über den Lenker gespannt um die Beine halbwegs trocken zu halten. Klappt mal mehr und mal weniger gut, aber immerhin besser als nichts. Jedenfalls hat man bei dem Wetter nicht soviel Lust (und auch beschränkte Möglichkeiten) etwas zu unternehmen.
Samstag war ich mit Sierra in einem Club, der mich sehr stark an Berlin erinnert hat (es gab sogar Mate!), weil er in einem alten Lagerhaus war, sehr cool! Abgesehen davon hab ich mich aber am Wochenende eigentlich kaum vor die Tür getraut... Es ist sehr verlockend sich dazu hinreißen zu lassen, einfach pausenlos zu Hause zu bleiben, aber manchmal braucht man auch frische Luft (oder Lebensmittel)... und in der Bibliothek lernt es sich einfach besser. 

Womit ich bei Grund 2 angelangt wäre: Unikram. Wer denkt, dass 3 Vorlesungen pro Woche ja ein Klacks sind (so wie, ähm, ICH zu Anfang...) der hat sich geirrt! Ich weiß vor lauter Assignments, Tests, Hausarbeiten und Artikeln schon gar nicht mehr wo mir der Kopf steht. Darum bestanden meine letzten Tage auch echt zum Großteil aus elendigen Stunden in die Bibliothek, die sich ziehen wie Kaugummi. 
Ich versuche ja immer mich überall durchzuwursteln - so viel Aufwand wie nötig, so wenig wie möglich. Das heißt in Berlin: ich mache die wichtigen Hausaufgaben, guck ab und zu mal ins Buch und strenge mich an, wenn es drauf ankommt (Präsentationen, Gruppenarbeiten, Prüfungen sogut es geht etc.), aber bin weit davon entfernt jede Vorlesung vor- und nachzuarbeiten oder mich durch sämtliche empfohlene Literatur zu ackern. Und bisher hat sich gezeigt, dass das eine ganz gute Strategie ist und ich meist eine angemessene Balance finde zwischen Uni und Freizeit, bei der passable Noten rausspringen und ich trotzdem noch Zeit für die angenehmen Dinge des Lebens habe ;) 
Hier allerdings...ist es wesentlich mehr und ich bin ein wenig überrascht was ich alles machen muss...

In meinem einen Kurs namens "Social and Emotional Development" werden wir durch wöchentliche Multiple-Choice-Tests dazu "gezwungen" die Buchkapitel durchzulesen. Im gleichen Kurs musste ich bereits eine Präsentation halten und eine Prüfung schreiben. Nächste Woche Donnerstag steht dann die zweite Prüfung dazu an und ach, zwei Hausarbeiten muss ich dafür auch noch abgeben. 
In "Social Cognition" schreibe ich ebenfalls nächste Woche eine Prüfung, am Dienstag, und am gleichen Tag muss ich auch für diesen Kurs noch eine Hausarbeit abgeben.
Dann am Freitag steht der Horror an: für "Recruitment, Selection und Workperformance" darf ich zu einer dreistündigen (!) Prüfung antreten. Da mich das Thema so gaaar nicht interessiert, wird es dafür wohl am schwierigsten sein sich den Stoff reinzuhämmern und es ist auch mit Abstand am meisten. 
Aber naja, genug gejammert, in 2 Wochen hab ich es ja geschafft und schließlich bin ich ja auch zum Studieren hier, nicht wahr? ;) Auch wenn momentan ein riesiger Berg vor mir liegt, irgendwie schaff ich das ganze Zeug schon und danach kann ich meine Freizeit umso mehr genießen ;) 
 

Heute war übrigens mal eine Ausnahme und ich hab den Abend nicht über meinen Büchern verbracht, sondern wir haben Kims Geburtstag gefeiert. Mit Luftballons, Seifenblasen, Tröten, Knicklichtern und Höhlen bauen. Ja, richtig gehört, wir haben draußen aus lauter Pappkartons ein wahres Schloss errichtet. Innen mit Knicklichterzeug besprinkelt, als würden lauter Sterne leuchten; mit Teppich ausgelegt und schon haben wir alle drin gesessen und gechillt, haha. Auch wenn es nach einer Stunde so langsam in sich zusammengefallen ist, war es sehr lustig, ein bisschen in die Kindheit zurückversetzt ;) Die Fotos werden dem Spektakel leider nicht gerecht, darum überlass ich es größtenteils eurer Fantasie, wie die Höhle ausgesehen haben könnte.
Das war also bisher das Highlight der letzten Zeit, viel wird jetzt auch nicht mehr kommen in den nächsten zwei Wochen ;) Ich werd jetzt schlafen, damit ich morgen für einen fleißigen Bibliothekstag gewappnet bin!


Da war uns die Decke schon buchstäblich auf den Kopf gefallen ;)



Tot ziens!

Montag, 7. Oktober 2013

Cocktails, Pommes und Swingdance


Heute war ein äußerst produktiver Tag muss ich ja mal sagen. Ich bin um 8 aufgewacht, hab Wäsche in die Waschmaschine gebracht (Wir haben 5 funktionierende Waschmaschinen für 150 Studenten, da muss man immer früh auf den Beinen sein wenn man nicht irgendwann ohne saubere Unterwäsche dastehen will), und bin dann wie jeden Montag zu meinem Spinning-Kurs gefahren. Danach ging es dann ab in die Bibliothek, wo ich knappe 7h damit verbrachte, mich durch psychologische Studien zu lesen und Zusammenfassungen zu erstellen. Auf dem Heimweg ist dann auch das Bild hier drunter entstanden, als die Klappbrücken (heißt das so?) sich öffneten und ich warten musste bis ich weiterfahren konnte. Hab das hier vorher noch nie gesehen, war ein ziemliches Schauspiel :)
Jetzt bin ich jedenfalls fix und foxi und lieg seit um 8 schon im Bett, habe mir Partylite-Kerzen angemacht und lasse den Abend ganz gemütlich ausklingen. Nur ein bisschen Schokolade fehlt...aber vielleicht mach ich mir stattdessen gleich einen Vanille-Caramel-Tee.


So, nun aber mal zum Wochenende!
Freitagabend waren wir mal wieder aus, es ging erneut zu Kill All Hipsters. Wir waren etwas früh dran und erschraken uns zuerst über die gähnende Leere auf der Tanzfläche, aber dann wurde es doch schnell voller und wir konnten wieder ganz viel tanzen. Ich glaube so gegen 4 lag ich dann in meinem warmen Bettchen.

 

Am nächsten Morgen gammelte ich erstmal ein wenig vor mich hin. Am frühen Nachmittag begann dann bei herrlichem Sonnenschein unsere Fahrradfahr-Trainingsstunde mit Alice. Ja, Alice kann kein Fahrrad fahren - während sie in jeder anderen Stadt damit vermutlich nicht groß aufgefallen wäre bzw. diese Fähigkeit nicht besonders essenziell wäre, ist sie natürlich hier in Amsterdam ziemlich aufgeschmissen. Darum haben Wesley und ich es uns zur Aufgabe gemacht, es ihr beizubringen. Wobei das eigentlich nur heißt, ihr gut zuzureden, Tipps zu geben was Balance, Pedalenstellung etc angeht und gaaanz viel loben. Denn nunja, fahren muss sie halt selbst. Und es klappte dann auch echt schon ganz gut! So gut, dass wir beschlossen, durch die Seitengassen zum Nieuwmarkt zu fahren, um dort zum Mittag Waffeln/Crépes zu essen. Alice war zwar noch etwas wacklig auf den Rädern, aber für ihre erste kleine Fahrradtour war das echt ein Erfolg. Zur Belohnung gab es dann Crépes, ich hatte einen New York Cheesecake Crépe mit Erdbeeren, Cheesecake-Creme, Browniestückchen und Erdbeersoße. Genau das richtige nach einer durchfeierten Nacht! Als wir wieder zu Hause waren musste ich dann erstmal bisschen Schlaf nachholen, weil ich so unendlich kaputt war.

Abends habe ich mich dann aber wieder aufgerafft, weil wir alle zusammen zum Cocktailabend ins Studentenwohnheim an der Prinsengracht gelaufen sind. Dort gab es Tequila Sunrise und Mojito für je nur 2€ und wir konnten mal gucken, wie es so in anderen Wohnheimen aussieht...dieses liegt direkt am Kanal, also an der Prinsengracht (gleiche Straße wie das Anne Frank Haus) und stiehlt unserem PHK was die Location angeht leider ein bisschen die Show. Dafür ist unser Common Room größer :) Wir waren also eine Weile dort und haben Cocktails geschlürft, aber als dann irgendwann der Hof geräumt werden musste, weil Sperrstunde, wurde es uns drinnen zu voll/heiß und wir sind losgewandert. Am Dam-Square vorbei, durch's Rotlichtviertel... Mission: Essen finden. Das ist hier natürlich nicht schwer und so setzten wir uns mit unseren dampfenden majogetränkten Pommes an den Kanal und beobachteten das Geschehen um uns herum.

Oude Kerk
Leckeeer.
 
Seltsame Busenskulptur am Boden?!
 
Mojitos im Akkord.
Dam Square
 De Waag bei Nacht

Sonntagmorgen war ich mit Kim und einer Freundin von ihr schwimmen. Leider ist sonntags nicht gerade der schlauste Tag um schwimmen zu gehen, das Becken war voll mit kleinen krakelenden Kindern auf Schwimmbrettern die es sich zur Mission gemacht hatten, immer direkt vor uns umherzuplantschen. Nach 30min Geschwimme war es uns dann zu blöd und wir sind in den warmen Whirlpool geflüchtet ;)
Als wir wieder daheim waren habe ich meinen Nach-Schwimm-Hunger mit einer schönen Portion Spaghetti Bolognese gestillt und mich dann bisschen entspannt, bevor es um kurz vor 5 schon wieder losging...zum Swingdance-Kurs! Dieser wurde von einem Freund von Kim im Prinsengracht Wohnheim veranstaltet, und es war...lustig. Ich bin ja nicht gerade die geborene Tänzerin aber abgesehen von Wesley waren wir alle blutige Anfänger und so hat man sich dann eben irgendwie durchgewurstelt. Nächstes Wochenende wäre nochmal ein Kurs, aber da ich da bei Heino bin, kann ich nicht hingehen...bin mir aber auch nicht sicher, ob ich gewollt hätte ;) Es war lustig das mal auszuprobieren, aber auch ein bisschen stressig weil wir ständig Partner wechseln mussten und ich a) die Typen alle nicht kannte (außer Wesley und Artur) und b) keine Lust hatte mich immer wieder auf jemand neues einzustellen, wenn es dann grad mal ganz gut geklappt hat mit dem Loop-Turn oder dem Belt-Turn und wie es nicht alles hieß (; Also mal sehen! War aber auf jedenfall eine coole Sonntagnachmittagsbeschäftigung. Fotos hab ich allerdings leider nicht gemacht...aber wir waren auch weit davon entfernt fotowürdig übers Parkett (äh Linoleum) zu schweben...
Ausklingen lassen haben wir den Tag dann im Common Room, mit TV und Kruidnoten (sowas ähnliches wie Pfefferkuchen/Spekulatius).



Soooo das war also mein Wochenende!

Die Woche wird ziemlich stressig denke ich, langsam rücken die Mid-Term-Prüfungen näher und mir graut es schon davor. Ich habe jede Woche einen Berg an Lesestoff zu bewältigen, puh! Aber krieg ich schon irgendwie gewuppt... ;)

Tot ziens!

PS: So siehts hier grad aus bei mir, schööön gemütlich!

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Sunny September


Kaum war Birte wieder weg und kaum war es Zeit für mich, für meine erste Prüfung zu lernen, kam natürlich die Sonne raus! Während ich mich über diesen Umstand in den Tagen vor der Prüfung natürlich absolut geärgert habe (da ich mein Dasein drinnen vor den Büchern fristete), genoss ich die Sonnenstrahlen umso mehr, als ich am Freitag dann endlich die Prüfung hinter mir hatte. Sie war zwar nicht besonders gut, weil wie immer natürlich das drankam, was ich nicht so gut gelernt hatte; aber wenigstens hab ich es hinter mir. Am Samstag nutzten wir (Kim, Wesley, Darcey und ich) also das Wetter und radelten zum Leidseplein. Dort gab es einen Vintage-Kilo-Sale, also das was man kaufen wollte wurde abgewogen und dann der Preis berechnet. Es gab sooo viele grottenhässliche und merkwürdige Sachen, sehr lustig! Eine schwarze Bluse hab ich dann aber doch gefunden die mir gefiel und sie ging für 3€ in meinen Besitz über ;) Danach machten wir uns auf den Weg in den Vondelpark, dem größten Park in Amsterdam. Es war mein erstes Mal dort und ich war sofort begeistert von den vielen kleinen Seen die angelegt wurden, den Enten die überall herumwatschelten, und der schönen Atmosphäre die dank des tollen Wetters herrschte! Wir setzten uns also eine Weile an den See und quatschten, nutzten das tolle Licht für Fotos und ließen uns die Sonne auf den Bauch scheinen. War echt ein wunderschöner Tag! Aber ich lasse einfach mal die Bilder für sich sprechen (auch wenn viele sie ja sicher bei Facebook schon gesehen haben)! Habt eine schöne Woche! (:

Tot ziens!