Freitag, 13. September 2013

New Beginnings

Nach langem Überlegen und Zögern habe ich mich nun doch dafür entschieden, wieder einen Blog zu starten. Meine Einträge aus Amerika sind einfach eine wunderbare Erinnerung und sowas möchte ich auch gern hier aus Amsterdam mitnehmen. Und natürlich ist das ein guter Weg, euch auf dem Laufenden zu halten, mit allem was ich hier so treibe.
Ich bin ein bisschen aus der Übung und muss mich erstmal einfuchsen … aber ich dachte, jetzt oder nie, länger als 3 ½ Wochen kann ich es nun wirklich nicht herauszögern mit dem ersten Eintrag. Also gut!


In den 3 Wochen seit meiner Ankunft habe ich einiges gelernt.
1. Das Klischee stimmt: Fahrradfahren ist Verkehrsmittel Nummer 1. Tram, Bus oder Zug, wer braucht das schon, ein echter Amsterdamer, oder wer es werden will, benutzt den Drahtesel.
2. Wer im Weg steht/fährt oder sich sonstwie regelwidrig verhält, wird angeklingelt. Vorbei die Tage an dem die Fahrradklingel ein liebliches Geräusch war das zu Beginn einer gemütlichen Fahrradtour durch die Mecklenburgische Seenplatte ertönte. Höre ich ein Klingeln heißt das Gefahr. Man steht im Weg. Man ist zu langsam. Man soll bittesehr Platz machen, und zwar dalli!
3. Abgesehen davon sind die Holländer ein sehr freundliches Volk. Steht man verloren in der Gegend herum, wird man gefragt, ob man Hilfe benötigt (Bei meinem Orientierungssinn: JA bitte, WO geht es lang?). Beim Einkaufen im Supermarkt darf man die Bonuskarte älterer Damen benutzen. Kauft man sich einen Fertigsalat und möchte ihn verspeisen, hat aber schlauerweise kein Besteck dabei, zücken fremde Studentinnen einen Göffel und man ist versorgt. Und das sind nur einige Beispiele.
4. Dass hier alle Englisch sprechen, ist keine Übertreibung. Ich habe wenig Hoffnung bzw. Anreiz mein Holländisch aufzubessern – mit Englisch kommt man perfekt über die Runden…aber trotzdem freue ich mich, wenn ich mal den einen oder anderen verkrüppelten (Halb-)Satz auf holländisch über die Lippen bringe und tatsächlich verstanden werde.
5. Drei- oder gar vierstündige Vorlesungen sind keine Seltenheit. Wer hat denn bitte eine solche Aufmerksamkeitsspanne?!
6. Alles hier ist ein bisschen teurer als in Deutschland, besonders Alkohol! Die Ausnahme sind Chips. Gut für das Chipsmonster und ihren Geldbeutel., schlecht für die Figur. Zum Glück kostet aber auch das Fitnessstudio in dem ich mich angemeldet habe nur 10€ im Monat. Der Bauch-Beine-Po-Kurs gestern hat mir auch gleich mal den schlimmsten Muskelkater meines Lebens beschwert, iiirgs.
7. Sich hier zu orientieren ist verdammt schwer, besonders für mich. Ich habe mich in der ersten Woche ständig verirrt, die Straßennamen sind verwirrend und die Anordnung der Straßen mit den Grachten usw. ist eine große Herausforderung…die einem immerhin schöne Umwege beschert, schließlich ist ja hier sogut wie alles hübsch und malerisch! Es sei denn man gerät versehentlich ins Rotlichtviertel, aber das hab ich zum Glück bisher immer erfolgreich vermieden.


Insgesamt komme ich mittlerweile bemerkenswert gut zurecht. Ich habe mir gleich in der ersten Woche ein Fahrrad gekauft. Ich liebe es und weiß wirklich nicht, wie man hier ohne Rad zurechtkommen soll. Ich habe tolle Leute kennengelernt mit denen ich viel unterwegs bin: gemütliche abendliche Barbesuche, Einkaufstrips zum Dappermarkt, lange und kurze Fahrradtouren, nächtliche Eiscafé- oder Starbucksbesuche und natürlich auch einige Parties liegen schon hinter mir.

Außerdem in Woche 1 passiert: Ich habe mein Zimmer bezogen, es ist vollkommen okay und schön groß. Bad und Küche sind etwas najaaa, aber mein Wohnort punktet eindeutig mit der Lage. Prins Hendrikkade (PHK) liegt nämlich direkt im Zentrum, alles ist problemlos erreichbar. Da habe ich echt Glück gehabt, normalerweise wohnen die meisten Studenten eher etwas außerhalb des Zentrums. Nach einem Besuch bei IKEA mit Mama und Papa fühle ich mich jetzt auch sehr wohl in meinem Reich.
Außerdem fand die ISN-Einführungswoche statt, bei der ich sooo viele neue Leute kennengelernt habe. Wir wurden in Gruppen eingeteilt und haben viele verschiedene Dinge gemacht: Kanalrundfahrt, Zoobesuch, Comedyshow, Holländisch-Crashkurs etc. War sehr sehr anstrengend – viel Smalltalk bei dem man immer und immer wieder das gleiche von sich erzählt – aber dennoch sehr lohnenswert und cool als Einstieg.






Die Woche danach habe ich genutzt, um die Gegend zu erkunden und Kontakte zu knüpfen. Wir waren fast jeden Abend in ‘ner Bar, feiern oder zumindest draußen im Hof zum quatschen.Außerdem fand eine Schnitzeljagd statt und Sierra, DeMarquin und ich haben einfach mal souverän gewonnen - Preis war ein Bier-Set aus der lokalen Brauerei.


Dann ging am 2.September die Uni los und es ist echt ganz okay. Ich habe momentan 3 Vorlesungen (Dienstags) und eine Übung (Freitags), sodass ich den Rest der Woche frei habe, das ist wirklich angenehm! So bleibt nebenbei genug Zeit um Dinge zu unternehmen: Mittwoch bin ich mit Sierra und Will 35km (=2,5h) bis zum Strand nach Zandvoort geradelt, wo wir uns dann in der Sonne geaalt, Mittag gegessen und Rosé getrunken haben. Hartes Leben hab ich hier, oh ja (; Zurück sind wir dann allerdings mit dem Zug gefahren, wollten es dann doch nicht übertreiben und so ein Strandnachmittag
schlaucht ja bekanntlich auch!






Zwei Tage später, letzten Freitag, hatten wir dann den (vermutlich) letzten schönen Sommertag. Dieser wurde am Nieuwe Diep verbracht, einem See in einem richtig süßen kleinen Park - war perfekt zum Abkühlen. Ich bin fast einmal komplett ans andere Ufer geschwommen, war herrlich erfrischend und fühlte sich gar nicht mehr so an als wäre man in Amsterdam! Leider wurden wir dann von einem heftigen Regenschauer überrascht und Will und ich sind mit unseren Fahrrädern so schnell es geht richtig PHK gebrettert – das war wohl leider zu viel für mein armes Rad, denn am nächsten Morgen musste ich feststellen, dass es einen Platten hatte…hab es sofort zur Reparatur gebracht, mittlerweile kann und will ich nicht mehr fahrradlos sein (; Konnte es dann nach ein paar Stunden (und für 25€…) mit komplett neuem Hinterreifen wieder abholen und war wieder happy.


Diese Woche war bisher recht ereignislos. Der Herbst hat eindeutig Einzug gehalten und es wird merklich kühler, sodass ich abends etwas weniger motiviert bin mich vor die Tür zu begeben, sondern jetzt auch öfter mal zu Hause bleibe, mich in mein Bett kuschle und Serien gucke oder skype. So wie jetzt, ich liege hier in meinem warmen Bett, schreibe diesen Eintrag und kann gar nicht glauben, dass es bald schon 4 Wochen her ist, dass ich hierher aufgebrochen bin. Die Zeit vergeht wie im Fluge, nicht mehr lange und ich bin schon wieder da. Ich habe vor, alles in vollen Zügen zu genießen, viel zu erleben und euch mit diesem Blog ein Stückchen daran teilhaben zu lassen (:
                 Das war’s für’s erste, Glückwunsch an alle die bis hierhin durchgehalten haben.

                                                                      Tot ziens!

3 Kommentare:

  1. Klappe die dritte, warum klappt es nicht? Tolle Idee Sternchen!

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  2. Juchhu, endlich hat das Computeranmachen wieder einen Sinn, man muss dem Kind nicht alles aus der Nase ziehen, weiß, was es so erlebt und kann schöne Bilder anschauen!

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  3. Hi Sarah-Maus, super, dass du wieder deine Erlebnisse in einem Blog "sammelst". Ich habe mich gleich am Samstagmorgen mit einer Tasse Tee vor den Computer gesetzt und erst mal geschaut / gelesen, wie es dir so in den ersten drei Wochen in Amsterdam ergangen ist. Wie ich lesen konnte, hast du mal wieder alles voll im Griff und findest trotz "Uni-Stress" noch viel Zeit das Studentenleben zu genießen. Weiter so, freue mich schon auf die nächsten Einträge.

    Bussi Marina

    P.S. Hoffe, dieser Kommentar kommt jetzt bei dir an :-)

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